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Depression und Arbeit

Depression und Arbeit – Tipps von Experten

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Die Eheleute-Schmöger-Stiftung hatte zu dem Thema Depression und Arbeit – wie geht das? die Experten Prof. Matthias R. Lemke aus den Heinrich Sengelmann Kliniken, Anja Sievers-Sack (Personalleiterin der Basler AG) und Heike Grote-Seifert (Agentur für Arbeit, Bad Oldesloe) in das Ahrensburger Kulturzentrum Marstall eingeladen. Die mehr als 80 Besucher, darunter auch Betroffene, diskutierten mit den Experten und schilderten ihre eigenen, sehr unterschiedlichen Erfahrungen. Aber woran lässt sich eine Depression überhaupt erkennen?

Entwickelt sich ein Stimmungstief über einen längeren Zeitraum und kommen wiederkehrende Schlafstörungen, ein permanentes Überforderungsgefühl sowie Motivationslosigkeit hinzu, so kann bereits eines dieser Merkmale ein Hinweis auf eine Depression sein.

Ausschlaggebend ob Betroffene ihrem Vorgesetzten von ihrer Erkrankung erzählen oder nicht, sei das Vertrauensverhältnis. Leider kann nicht jeder Arbeitgeber angemessen damit umgehen, sagt Professor Lemke. Deshalb rät er, abzuwägen, ob ein Outing sinnvoll ist.

Der Experte würde sich wünschen, dass Vorgesetzte gut zu dem Thema informiert sind: Nur wer weiß, wie eine Depression entsteht und welche Auswirkungen sie haben kann, kann adäquat darauf reagieren. Druck auszuüben, sei der falsche Weg. Der Arzt sagt: Die Seele ist ein sensibles Organ. Sie kann trainiert werden, aber das braucht Zeit. Wer seinen Angestellten helfen möchte, sollte ihnen diese Zeit geben. Das Signalisieren von Wertschätzung und Verständnis gehören zur Grundvoraussetzung eines gesunden Arbeitsklimas, ergänzt die Personalleiterin der Basler AG Anja Sievers-Sack. Beim Erkennen von ersten Anzeichen einer Depression, sollte dem Mitarbeiter frühzeitig Hilfe angeboten werden.

Geben Sie nie auf! Depressionen sind gut behandelbar und mit Arbeit vereinbar, ist das Fazit von Prof. Lemke. Die Voraussetzung sei eine umfassende Aufklärung über die psychischen Einschränkungen und das Nutzen der vielfältigen Hilfsangebote, die im Kreis Stormarn z.B. in den Heinrich Sengelmann Kliniken angeboten werden.

Siehe auch Depressionen und Arbeit? Experten geben wichtige Tipps im Hamburger Abendblatt.